Rosmarie Jäger - Privatpraxis für Psychotherapie

Arbeitslos und dann?

Orientierungskurs für langzeitarbeitslose Menschen
2. 8. – 8. 11. 2007

Projektleitung: Rosmarie Jäger, Diplompädagogin und Psychotherapeutin HPG

Veranstaltungsorte: Werkstatt für Mensch und Arbeit, Kadettenweg 4, 12205 Berlin
                                Rudolf Steiner Haus, Bernadottestr. 90-92, 14195 Berlin
                                Lebensbaum e.V., Bürgerheimstr. 6-10 14195, Berlin - Lichtenberg

Finanzierung: durch gsub aus dem LSK Programm vom ESF (Europäischen Sozialfond)

Europäische Union Lokales Soziales Kapital Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales

Ziel des Projektes ist es, dass langzeitarbeitslose Menschen wieder ein gesundes Verhältnis zur Arbeit finden, das sie individuell klärt, stärkt und gesellschaftlich sinnvoll einbindet.

Gedankliche Grundpfeiler des Konzeptes sind ein lebendiges christliches Menschenbild, die soziologische Analyse von Prof. Dr. Wolfgang Engler aus seinem Buch „Bürger, ohne Arbeit – Für eine radikale Umgestaltung der Gesellschaft“ in „Der kleine Katechismus einer neuen Bildungsidee“, die herausfordernden Perspektiven und Ideen von Götz Werner über das „bedingungslose Grundeinkommen“ und die praktische Anwendung der Salutogenese für gesellschaftlich benachteiligte Menschen.

Jeder ist berufen,
etwas in der Welt
zur Vollendung zu bringen.

Matsuo Basho
1. Von der Idee zum Konzept
2. Kursinhalte und Verlauf
2.1. Berufsbiographie, soziale Kompetenz, individuelle Zukunftswerkstatt
2.2. Körperarbeit
2.3. Arbeitserprobung
3. Die Zukunft der Projektes
4. Literatur



1. Von der Idee zum Konzept

In meiner therapeutischen Praxis habe ich immer wieder Menschen begleitet, die nach dem Ende der Berufstätigkeit unter Depressionen, Hyperaktivität, Süchten und Partnerschaftsproblemen litten.
Zur Prävention entwickelte ich einen Orientierungskurs „Berufsleben – und dann?“ für den Übergang in den „Ruhestand“.
Arbeitslose Menschen sind ähnlichen und größeren Belastungen ausgesetzt!


Der langfristige Verlust der Arbeit bedeutet konkret einen Verlust von:


Diese Lebenssituation führt möglicherweise zu:

2. Kursinhalte und Verlauf

Die Inhalte und Strukturen des Kurses für langzeitarbeitslose Menschen basieren auf dem Wissen ihrer defizitären Lebenssituation und bieten ihnen innere und äußere Verarbeitungsstrategien und eine Neuorientierung an.

Basis für den Erfolg des Kurses ist der freie und offene Dialog zwischen den Kursteilnehmern, den Mitarbeitern und der Kursleiterin. In einem individuellen Vorgespräch kläre ich mit dem Interessenten seine und meine Motivationen, und ich schaue, ob der Interessent ausreichend gruppenfähig ist.





2.1. Berufsbiographie, soziale Kompetenz, individuelle Zukunftswerkstatt


Unter der Leitung von Rosmarie Jäger behandeln die Teilnehmer vom Orientierungskurs "Arbeitslos und dann?" 15 Wochen im Rudolf Steiner Haus in Theorie und Praxis folgende Themen:


  1. Gemeinschaftsbildung

    Bildung einer Solidargruppe, 12 – 20 Teilnehmer, gruppendynamische Übungen und Rituale der Achtsamkeit und Wertschätzung, die Kurstage enden jeweils mit einem gemeinsamen Essen, jeder bringt was mit und alles wird geteilt

  2. Strukturbildung

    Anleitung zum Führen eines „Kursbuches“

  3. Wie und wozu Lernen? – Salutogenese und der Begriff Arbeit

    Theoretische Einführung in Voraussetzungen von persönlichem Lernen und Veränderung zu einer gesunden Lebensgestaltung

  4. Arbeitsleben - Reflexion der eigenen Vergangenheit

    • Erstellen der individuellen Berufsbiografie
    • Individuelle Präsentation der Berufsbiografie vor der Gruppe
    • Reflexion der einzelnen Berufsbiografien in der Gruppe mit der Leiterin, den Gruppenleitern und mit der Unterstützung der Kursteilnehmer
  5. Arbeitsleben – mein Weg in die Zukunft

    • Kreative Spurensuche zum Erstellen von beruflichen Zukunftszielen und Präsentation der Fähigkeiten und Fertigkeiten
    • Arbeitserprobung und kritische Reflexion der Fähigkeiten und Fertigkeiten innerhalb der Gruppe
    • Freier Referent zum Thema Arbeits- und Jobsuche, Recherche, Bewerbung, individuelle Beratungen in der Gruppe
    • Unterstützung und Begleitung der beruflichen Initiativen der Teilnehmer
  6. Soziale Kompetenz

    • Übungen zum Rollenverhalten mit Videoaufnahmen
    • Arbeit am Selbst- und Fremdbild
    • Ausdruck und Umgang von Gefühlen – Konfliktbewältigung
    • Referent, „Gewaltfreie Kommunikation“ nach M. B. Rosenberg
  7. Zukunftswerkstatt für das Projekt „Arbeitslos und dann?

    Angebot zur Bildung einer Zukunftswerkstatt unter Anleitung der freiwilligen Mitarbeiter und Beratung durch die Projektleiterin (Arbeit am Konzept, der Dokumentation und Sponsoring)

  8. Abschluss des Orientierungskurses für langzeitarbeitslose Menschen

    Rückschau, Reflexion und Abschluss

Kurstage – Verlauf

9.00 Uhr gemeinsame Vorbereitung für den Kurstag (Räume, Arbeitsmaterialien Essen und Trinken)
9.30 Uhr Einstimmung in Stille und Bewegung
10.00 Uhr Inhaltliche Kursarbeit – Themen- und Prozessorientiert
11.30 Uhr kurze Pause
11.45 Uhr Fortführung der Kursarbeit, evt. Vortrag der Referenten
13.30 Uhr Besprechung weiterer Vorbereitungen „Hausaufgaben“, Abschluss
13.45 Uhr gemeinsam essen und kochen
15.00 Uhr Kurstag Ende

Jeder Kursteilnehmer hat 3 individuelle Beratungen zur freien Verfügung, die in der "Werkstatt für Mensch und Arbeit" stattfinden



2.2. Körperarbeit

Gruppenleitung: Hans Gerold

14 Wochen montags – 6 Kursstunden (360 Min.)
Veranstaltungsort: Lichtwerk, Bürgerheimstr. 6 – 10, Berlin - Lichtenberg

Körperarbeit mit älteren langzeitarbeitslosen Menschen ist in mehrerer Hinsicht sinnvoll und notwendig.
In psychischer Hinsicht kann sie bestimmte Defizite mildern und das Gemeinschaftsgefühl stärken.
Auf der physischen Ebene hilft sie, Abbauprozesse und Verschleißerscheinungen zu lindern oder diesen vorzubeugen.

Spielerische Übungen zu den elementaren Bewegungsprozessen wie Stehen,





2.3. Arbeitserprobung – „Arbeit und Leben“

Gruppenleitung: Andreas Schröder

In den Vorgesprächen haben die Interessenten immer wieder von traumatischen Erfahrungen aus dem Berufsleben und ihrer Berufsbiografie berichtet, z.B. von Machtmissbrauch (Mobbing) oder Überforderungen (burn out).

Wir hörten diese Schilderungen von gut ausgebildeten Akademikern ebenso wie von einfachen Arbeitern.

Kennzeichnend für unsere Zielgruppe sind Menschen mit , einer Selbstwertproblematik, schwacher Behauptungskraft UND der Bereitschaft, an der eigenen Persönlichkeit zu arbeiten, um eine erfülltere Lebensgestaltung zu erreichen und der Gesellschaft, die sie finanziell unterstützt, dienlich zu sein. Betonen möchte ich diese allgemeine ethische Haltung.

Die Arbeitserprobung dient der emotionalen Umstimmung.

Konkrete Arbeitsaufträge der Gruppe





3. Die Zukunft des Projektes

Ziel der Zukunftswerkstatt ist die Erörterung einer Fortführung des Projektes über den finanzierten Rahmen hinaus.

Selbstorganisation der freiwilligen Mitarbeiter und Teilnehmer
Beratung nach Bedarf durch die Projektleiterin
Veranstaltungsort: N.N.

Aufgabenfelder

  1. Dokumentation des laufenden Kurses
  2. Arbeit an dem Konzept von „Arbeitslos und dann?“
  3. Vereinsgründung
  4. Sponsoring




4. Literatur